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Schneeblögchenkalender Tag 16 - ein Weihnachtsgedicht mit Geschichte


Und hier ist es schon, das sechzehnte Türchen am Schneeblögchenkalender.


Zu gewinnen gibt es

Band 1 der Fantasy-Reihe "Medusas Fluch" von Emily Thomsen als persönlich signiertes Print mit Goodies.


Und darum geht es bei Medusa's Fluch:

"Medusa wird von ihrer Mutter Gaia verflucht: Jeder Mann, den sie liebt, erstarrt zu Stein. Sie muss mit ansehen, wie ihre große Liebe stirbt, und zerbricht beinahe daran. Das will die junge Gorgone nie wieder ertragen müssen. Sie entscheidet sich für ein abgeschiedenes Leben in der Menschenwelt. Nach Jahrhunderten der Einsamkeit begegnet ihr der geheimnisvolle Jendrik, dem sie sich nicht entziehen kann und Medusas Fluch erwacht von Neuem."


Ihr seid gespannt darauf, wie es mit Jendrik und Medusa weitergeht? Dann versucht euer Glück beim heutigen Türchen! Wie? Schreibt mir eine PN über Facebook, Twitter, Instagram oder eine E-Mail an bonniesbuch@web.de MIT EURER ADRESSE und dem Lösungswort. Einsendungen bis morgen früh, Sonntag, den 17.12.2017 um 8 Uhr werden angenommen, danach werde ich umgehend im Laufe des Tages auslosen. Ausgelost wird "oldschool" mit Namen auf Zettelchen. Der Gewinner wird morgen benachrichtigt. Die weiteren Gewinnspielbedingungen findet ihr auf Facebook.


Aber nun zum heutigen Thema...

 

Folgendes Gedicht hat einen historischen Wert, der einem erst klar wird, wenn man weiß, dass es aus dem Jahr 1823 stammt. Clement Clark Moore nannte zum ersten Mal überhaupt in schriftlicher Form eine Sache, die für uns heute an Weihnachten selbstverständlich ist. Außerdem finde ich es einfach wunderschön! Aber lest selbst...


(Erich Kästner übersetzte das Gedicht 1947 in Deutsch, da ich aber generell ein Fan von Originalversionen bin, gibt es zuerst die Englische Originalversion. Wer sich nicht mit Englisch rumschlagen mag, der scrollt bitte zur deutschen Version runter :-) )

The Night before Christmas

Twas the night before Christmas, when all through the house Not a creature was stirring, not even a mouse. The stockings were hung by the chimney with care, In hopes that St Nicholas soon would be there. The children were nestled all snug in their beds, While visions of sugar-plums danced in their heads. And mamma in her ‘kerchief, and I in my cap, Had just settled our brains for a long winter’s nap. When out on the lawn there arose such a clatter, I sprang from the bed to see what was the matter. Away to the window I flew like a flash, Tore open the shutters and threw up the sash. The moon on the breast of the new-fallen snow Gave the lustre of mid-day to objects below. When, what to my wondering eyes should appear, But a miniature sleigh, and eight tiny reindeer. With a little old driver, so lively and quick, I knew in a moment it must be St Nick. More rapid than eagles his coursers they came, And he whistled, and shouted, and called them by name! "Now, Dasher! now, Dancer! now, Prancer and Vixen! On, Comet! On, Cupid! on, Donner and Blitzen! To the top of the porch! to the top of the wall! Now dash away! Dash away! Dash away all!" As dry leaves that before the wild hurricane fly, When they meet with an obstacle, mount to the sky. So up to the house-top the coursers they flew, With the sleigh full of Toys, and St Nicholas too. And then, in a twinkling, I heard on the roof The prancing and pawing of each little hoof. As I drew in my head, and was turning around, Down the chimney St Nicholas came with a bound. He was dressed all in fur, from his head to his foot, And his clothes were all tarnished with ashes and soot. A bundle of Toys he had flung on his back, And he looked like a peddler, just opening his pack. His eyes-how they twinkled! his dimples how merry! His cheeks were like roses, his nose like a cherry! His droll little mouth was drawn up like a bow, And the beard of his chin was as white as the snow. The stump of a pipe he held tight in his teeth, And the smoke it encircled his head like a wreath. He had a broad face and a little round belly, That shook when he laughed, like a bowlful of jelly! He was chubby and plump, a right jolly old elf, And I laughed when I saw him, in spite of myself! A wink of his eye and a twist of his head, Soon gave me to know I had nothing to dread. He spoke not a word, but went straight to his work, And filled all the stockings, then turned with a jerk. And laying his finger aside of his nose, And giving a nod, up the chimney he rose! He sprang to his sleigh, to his team gave a whistle, And away they all flew like the down of a thistle. But I heard him exclaim, ‘ere he drove out of sight, "Happy Christmas to all, and to all a good-night!"

Clement Clark Moore, 1823

 

Es gibt einige Rätsel rund um dieses Gedicht, so zum Beispiel, wer es tatsächlich geschrieben hat. Aber eines ist Fakt: Ein zentraler Punkt im Gedicht sind die Rentiere des Weihnachtsmannes, die seinen Schlitten ziehen. Dies ist die erste schriftliche Aufzeichnung davon, dass der Weihnachtsmann Rentiere bei sich hat, um seinen Schlitten durch die Luft gleiten zu lassen. Das Rentier als sein Begleiter wurde also erst in 1947 durch die deutsche Übersetzung bei uns in Deutschland publik, was ich recht spät finde. Und es hat so garnichts damit zu tun, dass der Weihnachtsmann am Nordpol wohnt oder ähnliches. Jetzt könnt ihr an Weihnachten beim Festessen mal kräftig klugscheißern ;-)


Oh und bevor ich es vergesse:

Das heutige Lösungswort ist die Bezeichnung der Begleiter des Weihnachtsmannes.

Viel Glück und eine schöne, restliche Adventszeit!

Eure Bonnie

 

Und hier die deutsche Übersetzung des Gedichtes

Als der Nikolaus kam

In der Nacht vor dem Christfest, da regte im Haus sich niemand und nichts, nicht mal eine Maus. Die Strümpfe, die hingen paarweis am Kamin und warteten drauf, daß Sankt Niklas erschien. Die Kinder lagen gekuschelt im Bett und träumten vom Äpfel- und Nüsseballett.

Die Mutter schlief tief, und auch ich schlief brav, wie die Murmeltiere im Winterschlaf, als draußen vorm Hause ein Lärm losbrach, daß ich aufsprang und dachte: Siehst rasch einmal nach! Ich rannte zum Fenster und, fast noch im Lauf, stieß ich die knarrenden Läden auf.

Es hatte geschneit, und der Mondschein lag so silbern auf allem, als sei's heller Tag. Acht winzige Renntierchen kamen gerannt, vor einen ganz, ganz kleinen Schlitten gespannt! Auf dem Bock saß ein Kutscher, so alt und so klein, daß ich wußte, das kann nur der Nikolaus sein!

Die Renntiere kamen daher wie der Wind, und der Alte, der pfiff, und er rief laut: "Geschwind! Renn, Renner! Tanz, Tänzer! Flieg, fliegende Hitz'! Hui, Sternschnupp'! Hui, Liebling! Hui, Donner und Blitz! Die Veranda hinauf und die Hauswand hinan! Immer fort mit euch! Fort mit euch! Hui, mein Gespann!"

Wie das Laub, das der Herbststurm die Straßen lang fegt und, steht was im Weg, in den Himmel hoch trägt, so trug es den Schlitten hin auf unser Haus samt dem Spielzeug und samt dem Sankt Nikolaus!

Kaum war das geschehen, vernahm ich schon schwach das Stampfen der zierlichen Hufe vom Dach. Dann wollt' ich die Fensterläden zuzieh'n, da plumpste der Nikolaus in den Kamin! Sein Rock war aus Pelzwerk, vom Kopf bis zum Fuß. Jetzt klebte er freilich voll Asche und Ruß. Sein Bündel trug Nikolaus huckepack, so wie die Hausierer bei uns ihren Sack.

Zwei Grübchen, wie lustig! Wie blitzte sein Blick! Die Bäckchen zartrosa, die Nas' rot und dick! Der Bart war schneeweiß, und der drollige Mund sah aus wie gemalt, so klein und halbrund. Im Munde, da qualmte ein Pfeifenkopf, und der Rauch, der umwand wie ein Kranz seinen Schopf. [...] Ich lachte hell, wie er so vor mir stand, ein rundlicher Zwerg aus dem Elfenland. Er schaute mich an und schnitt ein Gesicht, als wollte er sagen: "Nun, fürchte dich nicht!" Das Spielzeug stopfte er, eifrig und stumm, in die Strümpfe, war fertig, drehte sich um, hob den Finger zur Nase, nickte mir zu, kroch in den Kamin und war fort im Nu! In den Schlitten sprang er und pfiff dem Gespann, da flogen sie schon über Täler und Tann. Doch ich hört' ihn noch rufen, von fern klang es sacht: "Frohe Weihnachten allen, - und allen gut' Nacht!"

Erich Kästner (1947)

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