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Buchemotion zu No Return – Geheime Gefühle und No Return – Versteckte Liebe von Jennifer Wolf

21.12.2017

 

 

Hinweis: Ich schreibe hier bewusst eine Doppel-Rezension. Die beiden Bände von „No Return“ knüpfen in der Handlung nahtlos aneinander an, weshalb ich mit einer separaten Rezension für Band 2 nur spoilern würde. Das will ich euch ersparen, denn wie versprochen bleiben meine Rezis spoilerfrei. Aber dadurch habe ich auch nicht genügend „Stoff“, um auf Band 2 explizit nochmal inhaltlich einzugehen – bitte seht mir das nach.

 

"Gäbe es ohne Angst überhaupt Mut?" 

ZItat Band 2, Pos. 983

 

Hach ja, No Return... *seufz* Wie fange ich da nur an? Am besten ehrlich: Ich HASSE Musikband-Geschichten. Irgendwie finde ich zu dieser Welt höchst selten bis nie einen Draht und habe wohl auch bislang immer die falschen Bücher erwischt. Es ist aber für mich auch einfach kein erstrebenswertes Szenario, so ein Band-Leben. Das geht wohl vielen anders, weshalb sich Band-Geschichten auf dem Buchmarkt doch immer wieder gut verkaufen. Hätte diese Band-Geschichte aus „No Return“ nicht Jennifer Wolf geschrieben, die ich einfach total am fangirlen bin, hätte ich wohl aber dennoch nie zu den Büchern gefunden. Und ich hätte echt was verpasst.

 

Und nun von vorne. Worum geht es? 

Tony ist Mitglied der Band „WrongTurn“, der angesagtesten Band der vereinigten Staaten. In klassischer Boyband-Manier sind die Jungs umgeben von kreischenden Girlies, sie werden überschüttet mit Fanpost, Stofftieren und Ähnlichem, bis hin zum Heiratsantrag. Für die meisten Jungs wäre das der absolute Traum, denn ihnen stehen alle Chancen offen. Doch wenn viele Türen offen stehen, sind es dann auch die, durch die man gehen möchte? Ist es wirklich so beneidenswert, im Rampenlicht zu stehen und bejubelt zu werden? Was wäre, wenn die Erwartungen des jubelnden Publikums nicht erfüllt werden können, weil man selbst merkt, dass man anders ist? Und was, wenn einem die jubelnden Mädchen nichts bedeuten, weil das Herz für einen Jungen schlägt?​

 

"Schau in meine Augen, schreit alles in mir, und Du wirst exakt das sehen! Unterdrückte, mit Ketten und Schlössern festgehaltene Liebe, die wild an ihnen reißt und ihr Leid wie ein verwundetes Tier in die Welt hinausschreien will."
Zitat Band 1, Pos. 2613

 

Meine Meinung 

No Return war ein absolutes Highlight in 2017. Ich habe Band 1 an einem Morgen im Urlaub begonnen und Band 2 am Abend desselben Tages beendet. Die Geschichte hat mich so mitgenommen, so gepackt, wie ich es nie erwartet hätte. Zu Beginn war ich noch etwas angenervt von der Boyband-Szenerie, wie gesagt, es ist einfach nicht meins. Aber Jennifer Wolf schafft es, schon nach wenigen Seiten so stark auf die emotionale Ebene zu gehen, dass es egal ist, ob der Roman im Dschungel, auf einer Bühne oder im Mittelalter spielt. Das Drumherum wird total unwichtig, weil man nur noch mit Tony mitfiebert. Dabei ist Tony liebevoll gezeichnet, ein Charakter mit Stärken und Schwächen, mit jugendlicher Unsicherheit, die er aber dank seiner Reflexion in einer tollen Entwicklung überwindet. Das passiert schleichend, in kleinen Schritten, aber jeder einzelne davon ließ mein Herz höher schlagen und mich noch ein bisschen mehr verlieben in diesen tollen Charakter. Auch die anderen Charaktere der Band sind absolut glaubwürdig. So sehr, dass sie lebendig wurden vor meinen Augen, dass Szenen wie Filme abliefen und ich mal wieder dieses wundervolle Gefühl hatte, in einer Buchwelt absolut angekommen zu sein. Bei den Jungs. Ich habe mit ihnen gelacht, geweint, gelitten und begeistert Auftritte erlebt. (Ja, ich als Band-Geschichten Muffel!)

 

"Gütiger Gott, in Amerika sagt man zu ungeouteten Homosexuellen, dass sie 'in the closet', also im Schrank versteckt sind... und ich bin so weit durchgerutscht, dass ich entweder bald den Weg nach Narnia finde oder meine Weihnachtsgeschenke." 
Zitat Band 1, Pos. 1180

 

Wenn man mich fragt, was ich an den Büchern kritisiere, fällt mir sicherlich nicht viel ein. Über eine Sache würde ich jedoch gerne sprechen: Gerade bei Gay Romance halte ich es für sehr schwer, das richtige Maß zu finden, um Klischees zu meiden und dennoch gängige Probleme anzusprechen. So zum Beispiel die Diskriminierung von Homosexuellen, aber auch die Unsicherheit vor dem Coming Out. Immer wieder sind das die zentralen Themen und sicherlich auch zurecht. Ich selbst habe keine Erfahrung damit. Letztlich ist es meiner Meinung nach eine so individuelle und persönliche Sache, dass es kein „Rezept“ dafür gibt, wie das alles abläuft. Ich kenne einige persönliche Erfahrungsberichte, ich kenne andere Literatur, ein bisschen hätte ich mir manchmal mehr Mut der Charaktere gewünscht, das zu tun, womit man sich am wohlsten fühlt. Das ist aber reiner Wunsch und nicht, weil ich es für richtig halte, sodass ich deshalb absolut keinen Grund sehe, einen Abzug in der Bewertung vorzunehmen. Ganz im Gegenteil, jemand anderem mag genau dieser Aspekt sehr gefallen in den Büchern und ich bewundere den Mut von Jennifer Wolf, sich damit auseinanderzusetzen und sich zu trauen, es aufs Papier zu bringen. (Auch und gerade wenn regelmäßig Kritik geübt wird an Heterosexuellen Gay Romance Autoren)

Die Bücher haben aus meiner Sicht neben ihrem riesigen Unterhaltungswert durchaus auch einen Aufklärungsauftrag. Gerade im Jugendbuchsegment habe ich es selten erlebt, dass Bücher in sexueller Hinsicht doch auch sehr körperlich werden – vor Allem, wenn es um Gay Romance geht. Aber nicht nur das, auch die „Grauzonen“ zwischen Hetero- und Homosexuell werden während des Lesens nähergebracht. Auch außerhalb des „Gay“ Aspektes kam der Ruhm als Fluch und Segen zugleich nicht zu kurz: Wie Berühmtheit es gerade jungen Menschen noch schwerer macht, Sicherheit zu gewinnen darin, wer sie sind und was sie fühlen. Dass man manchmal überfordert sein kann damit, was von einem erwartet wird, auf Basis eines Außenbildes, das von einer Marketingagentur gezeichnet wird. Aber auch wieviel Unterschied es macht, wenn es auch nur einen Menschen gibt, der hinter die Fassade sieht und einen versteht.

 

"Niemand kann etwas dafür, in wen man sich verliebt. Das Herz will, was das Herz will." 
Zitat Band 2, Pos. 2335

 

Mein Fazit 

Mit der Dilogie „No Return“ ist Jennifer Wolf (für mich mal wieder) ein wahnsinnig toller Roman gelungen, der mich von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut unterhalten hat. Er ist spannend, realistisch, mit einem Zwinkern und doch der notwendigen Ernsthaftigkeit geschrieben und hat mich zwischendurch richtig in Atem gehalten. Mit Charakteren, die ich am Ende schweren Herzens gehen lassen musste, und die mich emotional zwischenzeitlich wahrhaft zerstört haben, hat „No Return“ es geschafft, mich zu packen, obwohl ich Rockstar-Stories eigentlich nicht mag.
Von mir gibt es volle 🍀🍀🍀🍀🍀 fünf von fünf Kleeblätter. 

 

PS: Die 3D Art zu den Jungs im Artikel ist von der großartigen Isabell Schmitt-Egner, schaut doch mal per KLICK auf ihrer Facebook-Seite vorbei, wenn es euch gefällt. Sie schreibt auch großartige Bücher, zum Beispiel den Fehjan - eines meiner Herzensbücher, zu dessen Rezension auf meinem Blog ihr HIER findet. 

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