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Buchemotion zu "Caraval" von Stephanie Garber

4.1.2018

"Es dauerte sieben Jahre, bis sie den richtigen Brief schrieb.

 

50. Jahr, Elantinische Dynastie

Lieber Mister Caraval-Master,

ich heiße Scarlett, aber ich schreibe diesen Brief für meine Schwester Tella. Sie hat bald Geburtstag und sie möchte Euch und Eure wunderbaren ­Caraval-Darsteller so gerne sehen. Ihr Geburtstag ist der siebenunddreißigste Tag der Wachstums­jahreszeit, und es wäre der allerschönste aller Geburtstage, wenn Ihr kommen könntet.

Sehr hoffnungsvoll,

Scarlett

von der Eroberten Insel Trisda"
Zitat aus "Caraval" von Stephanie Garber

 

So beginnt "Caraval", ein wahrhaft magisches Buch, das ich euch heute hier vorstellen möchte. Denn ich finde, es ist eine sehr gute Lektüre, um in ein Jahr zu starten. Es zeigt, worum es wirklich geht im Leben und ist dabei dennoch schonungslos und mitreißend. Aber von Anfang... 

 

 

Zum Inhalt 

 

Scarlett lebt gemeinsam mit ihrer Schwester, Donatella, genannt: Tella, auf der Insel Trisda. Die beiden Mädchen leiden schwer unter ihrem grausamen Vater. Der ist Governor der Insel. Ihn streng zu nennen, wäre untertrieben. Er ist herrschsüchtig und bestimmend, und kennt keinerlei Skrupel seinen Töchtern gegenüber, was Strafen und Maßnahmen der Unterdrückung angeht.

Lange träumt Scarlett davon, Caraval zu besuchen. Caraval ist ein verzaubertes Spiel, zu dem man eine Einladung erhalten muss und das beschrieben wird, wie das Paradies auf Erden. Verzweifelt schreibt Scarlett an „Mister Caraval Master“, den Erfinder und Betreiber des Spiels, um eine Einladung zu erhalten und mit ihrer Schwester Tella den Hauptpreis des Spiels zu ergattern: Einen Wunsch.

Jedes Jahr zu Tellas Geburtstag schreibt Scarlett ihren Brief, doch nie erhält sie eine Antwort. Bis eines Tages der geheimnisvolle Julian auf Trisda auftaucht, sich mit Tella verbündet und Scarlett dazu bringt, ihm zu folgen. Denn er kennt den Weg nach Caraval. 

Wie so oft im Leben: Wo hohe Erwartungen sind, kann man umso tiefer fallen. Die fantastische Welt entpuppt sich als grausamer, als die Realität. Denn viel schlimmer, als ein Feind im eigenen Haus ist es, wenn man nicht mehr weiß, wer Freund oder Feind ist. In Caraval ist alles anders. Orte verändern sich, Menschen verschwinden und tauchen wieder auf, benehmen sich seltsam. Und  Scarlett findet sich plötzlich ohne ihre Schwester Tella wieder, völlig auf sich allein gestellt.

Aber erinnere Dich: Es ist nur ein Spiel… 

 

Meine Meinung 

 

Schon zu Beginn ist Caraval ein Buch, das keinen Bogen um Grausamkeit macht. Ein Vater, der seiner Tochter droht, die Schwester umzubringen, wenn sie ihm nicht gehorcht, bringt deutliche Bilder in den Kopf des Lesers. Und Stephanie Garber lässt keinen Zweifel daran, dass der Vater dies auch umsetzen würde. Beinahe unrealistisch und doch so grausam, dass man es wiederum für realistisch hält, umschreibt sie Situationen zwischen Vater und Tochter, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen. Umso mehr zieht die Euphorie einen mit, wenn die Reise dann trotz aller Widrigkeiten beginnt und die Mädchen in die Freiheit und die fantastische Welt von Caraval losziehen.

 

Ich finde, im Buch ist die emotionale Reise des Träumens, des Erwartens und des Enttäuschtwerdens sehr gut gelungen. Während Träume von Caraval sehr blumig beschrieben werden, ist der Schreibstil fast schon sachlich abgeklärt, wenn es um grausame Situationen geht. Und genau diesen Wechsel an Gefühlen erlebt der Leser hautnah mit. Caraval ist an fantastischen Situationen und Ideen kaum zu überbieten, ich finde daher auch das Cover sehr passend, das mich an einen Zirkus erinnert. (oben die deutsche, rechts die englische Ausgabe). Es geht viel um Illusion, um Tricks, um falsches Spiel und darum, ob die Wünsche, die man hat, am Ende mit ihrer Erfüllung wirklich glücklich machen.​

 

Caraval hat mich sehr mitgenommen, ich habe mit Scarlett gelitten und sie durch alle Höhen und Tiefen begleitet, so dass es mir am Ende schwerfiel, sie ziehen zu lassen. Sie ist keine ängstliche Protagonistin, keine verschüchterte Kleine, auch wenn man ihr die Angst vor dem Vater deutlich anmerkt. Die Grausamkeit ihres Vaters hat sie aus meiner Sicht jedoch vielmehr erstaunlich erwachsen und abgeklärt gemacht. Insgesamt muss man das Ganze auch mit dem Wissen bewerten, dass es sich um einen fantastischen Roman handelt und damit einige Romanfiguren nicht realistisch agieren, sofern sie sich im Spiel bewegen. Das hat mich zeitweise irritiert, wenn man es jedoch als Teil des Spiels begreift macht es Sinn. Dennoch würde ich sagen, dass Caraval dadurch einen Anspruch an die Aufmerksamkeit des Lesers stellt, denn vieles hängt zusammen und wenn man in einem Kapitel unaufmerksam war, kann es passieren, dass man später die Dinge nicht richtig versteht.

 

Mein Fazit 

 

Caraval ist durch und durch ein Erlebnis, das mit einem inhaltlichen Anspruch an den Leser daherkommt und auch in allen Facetten der Interpretation aus meiner Sicht sehr wertvoll ist. Es ist sprachlich situativ sehr angepasst und schafft es dadurch, den Leser auf eine sehr mitreißende Art auf die Reise von Scarlett Dragna mitzunehmen. Ich habe es sehr gerne gelesen, wobei es mich durchaus auch manchmal mit seiner Grausamkeit erschreckt hat und doch immer proklamierte, dass es sich lohnt, für sein Glück zu kämpfen und sich frei zu machen von Zwängen und Menschen, die einem schaden. Daduch vergebe ich am Ende 🍀🍀🍀🍀🍀 (5 von 5 Kleeblätter). 

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