Buchemotion zu "Deadly Embrace - gefährliche Erinnerung" von Ylvi Walker

3.9.2017

 

 

Wie es immer so ist: Rezensionen zu tollen Büchern sind schnell geschrieben. Rezensionen zu besonders schlechten Büchern auch. Rezensionen zu Büchern, die irgendwie gut waren, aber nicht so recht ankamen, machen es mir persönlich ziemlich schwer. Daher schob ich diese hier eine ganze Weile vor mir her. Nun habe ich mich aufgerafft, da ich es wichtig finde, genau über die Gründe zu sprechen, die es bei mir nicht komplett haben ankommen lassen. 

Vorneweg: Das Buch ist schriftstellerisch nicht schlecht umgesetzt. Es hat eine saubere Rechtschreibung, ist gut lektoriert, weist keine Logikfehler auf und kann sicherlich begeistern.
Ich fand den Anfang recht vielversprechend, während die Protagonistin noch nichts über den Hintergrund ihres Patienten weiß und damit eine Spannung erzeugt, die wirklich brennt und einen mitreißt.

Leider hat es mich nicht bis zum Ende packen können. Warum?

1. - der Schreibstil: Er ist einfach gehalten, ohne irgend einen Schnörkel, die mag ich nunmal. Auch die Dialoge hätten meiner Meinung nach viel mehr Potenzial für Wortwitz und Raffinessen gehabt.
2. - die Emotion. Sie fehlte mir schlichtweg. Auf den ersten Seiten noch vorhanden, hat sie es nicht geschafft, dazubleiben. Immer wieder habe ich den Faden und den Bezug zu den Charakteren verloren. Damit komme ich zu
3. - die Protagonistin: Ich habe mich schlichtweg nicht mit ihr identifizieren können. Sie scheint etwas lieblos ausgearbeitet, ist sprunghaft, manchmal naiv und manchmal wiederum sehr mutig. Und dann diese "aha" Momente à la Sherlock Holmes, wie sie "völlig logisch" auf Zusammenhänge kommt, die sich dem Leser aus den gegebenen Informationen absolut nicht erschließen. Dazu dann wieder
4. - der Spannungsbogen: Mir wurden viel zu schnell viel zu viele Informationen preisgegeben. Ich habe mich gewundert, wie schnell hier Rätsel aufgelöst werden, die mich anfangs noch bei der Stange hielten, deren Auflösung mich dann aber irgendwie das Interesse verlieren ließen. Da mangelte es an neuen, spannenden Elementen, die außerhalb einer "urbösen" Widersacherin noch zur Spannung beigetragen hätten.
Die erotischen Szenen sind ganz gut geschrieben, wirken jedoch durch die fehlende Emotion irgendwie deplaziert und gekünstelt.

Mein Fazit:
Schade, denn die Idee für dieses Buch inklusive der Hintergründe fand ich super. Es hätte definitiv mehr Potenzial gehabt. Ich schwanke zwischen zwei und drei Kleeblättern, gebe am Ende aber doch die drei, da es an sich rein "technisch" nichts zu bemängeln gibt und ich die Idee hinter dem Buch mochte. 🍀🍀🍀

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